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Hordorf

Geschrieben von Heinrich Schamuhn

Hordorf, mit einer Einwohnerzahl von rund 1070 Leuten, ist die am nördlichsten gelegene Ortschaft der Gemeinde Cremlingen, die im Süden an die Ortschaften Schandelah und Weddel grenzt.

Hordorf wurde 1299 erstmalig in einer Stiftungsurkunde über den Kirchbau als Hordorpe namentlich benannt. Aufgrund der Namensnennung „Dorf“ kann von einer Siedlungsgründung zwischen 500 und 800 nach Christus ausgegangen werden. Dieses Dorfalter ist durch archäologische Funde von damaligen Alltagsgegenständen nicht beweisbar. Neben der Schreibweise Hordorpe finden sich auch die Namensvarianten Hordorp, Hoddope, Hordorpf und Hortorf im Laufe der Jahrhunderte.

Der Name Hordorf leitet sich vom althochdeutschen Wort für Hora = Sumpf ab. Hordorf war in der Vergangenheit von vielen Teichen, Bachläufen und Sümpfen ein morastiges Gelände.

Hordorf, das unlängst sein 725‑jähriges Bestehen feierte, ist ein lebendiger Ort mit einem regen Dorf – und Vereinsleben. Neben Kindergarten, Tennis- , Spiel- und Sportplätzen, sowie einem modernen Schießstand. 1973 wurde ein Dorfgemeinschaftshaus erbaut und 2019 saniert. Verschiedene Raumvarianten ermöglichen Platz, für gesellschaftliche Begegnungen, Seniorenkreis, Evangelische Frauenhilfe und den Chor.

In der Turnhalle werden verschiedenste Spartensportaktivitäten angeboten. Diese Möglichkeiten werden von den Einwohnern stark genutzt, was die hohen Zahlen an Vereinsmitgliedern beweist. Auch für die Jugendarbeit werden vielfältigste Aktivitäten angeboten. 

Das neben dem DGH, in den 70er-Jahren neu erstellte Feuerwehrgerätehaus, wurde 2019 erweitert, um den heutigen gesetzlichen Bestimmungen genüge zu leisten. Ein modernes Löschfahrzeug, (gemeindegleiches Fahrzeugkonzept) stellt die Einsatzfähigkeit im Dorf und der Gemeinde Cremlingen sicher.

Die 2021 verkaufte Gaststätte „Gasthof Lüddecke“ war über 100 Jahre im Familienbesitz, und sorgte im Dorf mit alten und neuen Gerichten für das leibliche Wohl seiner Gäste. Sehr viele, auswärtige Gäste, suchten die Gaststätte auch für Familienfeiern auf. Spricht für gepflegte Atmosphäre und gutes Essen und Bewirtung. Nach Verpachtung an ehemalige Mitarbeiter kaufte ein Hordorfer Einwohner 2021 den Betrieb. Nach vielen Umbauten und Anbauten bekam die Gaststätte modernere Ausstattungen im Küchen- und Saalbereich. 

Zwei bäuerliche Betriebe sind auch heute noch im Ort ansässig. Ein Betrieb betreibt neben der Landwirtschaft eine Hofbackstelle und verkauft dort auch biologische Lebensmittel. Die Familie Rittierott backt in der hofeigenen Backstube ihre, nach traditionellen Rezepten erstellten Brote und Kuchen.
Die eigene Geflügelaufzucht und deren Produkte und die Fütterung mit hoferzeugtem Getreide stellen eine gute Qualität sicher.

Im Südteil des alten Dorfskerns liegt die Kirche St. Maria, die Bruno von Brunsrode 1299 erbaute. Es wird vermutet, dass der Ort ursprünglich dem Grafen von Walbeck gehörte, der dem Kirchenstifter Grund und Boden als Lehen überließ. Kirchenpatron über viele Jahrhunderte waren die Herren von Veltheim. Der Ort besaß bis ins 18. Jahrhundert verschiedene Lehnsherren, denen die Bauern Abgaben zahlen mussten. Darunter, von der Asseburg, von Ölber am Weißen Berg und angesehene in Braunschweig lebende Adlige. 

20260922 Hordorf 0001In unmittelbarer Nähe der Kirche befindet sich am Brunnenplatz das alte Feuerwehrhaus von etwa 1830. Dies war vor 1830 ein, dem angrenzenden Bauernhaus zugehöriges Knechthaus. Nach Gründung der Freiwilligen Feuerwehren um 1870 übernahm es die Gemeinde Hordorf. Hierin wurden dann Handpumpen, später Motorspritzen und Schlauchmaterial gelagert. Ein Teil der Lagerhalle wurde, bis zum Bau der Friedhofskapelle am Waldfriedhof, durch Raumabhängung mit einem Leinentuch, auch als Leichenhalle genutzt. 1933 wurde ein Schlauchturm an das Gebäude angebaut und 2014–2015 wurde er restauriert. Es ist einer der wenigen intakten Schlauchtürme im Landkreis Wolfenbüttel.

Heute ist ein Feuerwehrmuseum darin untergebracht. Hierin finden sich historische Ausrüstungsgegenstände, die üblicherweise in den Dörfern verwendet wurden. Das älteste Exponat des Museums ist ein lederner Löscheimer aus dem Jahre 1831. Jeder Hausbesitzer musste einen ledernen Eimer vorrätig halten, damit bei Feuerausbruch eine Löscheimerkette gebildet werden konnte. Alle zwei Jahre findet am Brunnenplatz ein Weihnachtsmarkt unter Leitung der hiesigen Vereine statt.

Bereits seit 1640 wurden Hordorfer Kinder in einem Raum des Pfarrhauses, später im Haus des Opfermanns, unterrichtet. Ab 1800 berichtete man dann von Lehrern. Das im 19. Jahrhundert errichtete Schulhaus ist das älteste Fachwerkhaus in Hordorf (Standort Bäckerstraße). Das Schulhaus wurde nach einem Neubau der Schule, am DGH, an einen Dorfbewohner verkauft. 1975 kaufte das jetzt noch im Haus lebende Besitzerehepaar es und renovierte es. Das neu errichtete Schulhaus am DGH wurde nach der Gebietsreform nicht mehr benötigt, da die Hordorfer Kinder in den Schulen anderer Orte in der Gemeinde, unterrichtet werden.

Heute wird ein Teil des Gebäudes am DGH, als Schulungsraum von der Freiwilligen Feuerwehr und der andere Teil als Hausmeisterwohnung, genutzt. Erst 1918 bekam Hordorf elektrischen Strom. Der damals dafür benötigte Trafoturm sollte 2018 abgerissen werden. Dorfbewohner und die Gemeinde retteten den Turm vor dem Abriss. Er wurde zu einem Artenschutzhaus, für Vögel und Fledermäuse, umgebaut.

Die Natur ist in Hordorf noch intakt und umliegende schöne Wälder, Felder und Teiche, sowie gute Wanderwege laden zu Spaziergängen und Radtouren ein.

Kontakt

Gemeinde Cremlingen
Ostdeutsche Straße 22
38162 Cremlingen
Telefon: 05306 / 802-0
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Dienstag 14:00 - 17:00 Uhr
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