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Destedt am Elm

Geschrieben von Ortsheimatpfleger Jörg-Eckehardt Pogan
Der Jödebrunnen gilt als Keimzelle des Dorfes. Foto: Frank Schildener

Geschichtlicher Überblick

Der Jöde(Götter)brunnen ist die Keimzelle Destedts. Hier siedelten im frühen Mittelalter Menschen, weil hier das Wasser direkt aus der Erde trat und der Acker fruchtbar war. Der umliegende Wald wurde gerodet und es entstanden die Nachbarorte Abbenrode, Erkerode, Hemkenrode und Schulenrode.

Um 1200 ist die Familie von Veltheim mit Destedt belehnt worden. Es entstanden zwei Burgen (Ober- und Unterburg) und in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts wird Destedt erstmals in einer Urkunde derer zu Warburg erwähnt. Die erste vorhandene Urkunde wurde am 6. Mai 1306 auf der Burg Destedt ausgestellt. Der Kirche in Destedt schenkte Heinrich von Veltheim im Jahre 1348 zwei Hufen Land (60 Morgen) und einen Zins von acht Schillingen.

Die beiden Söhne von Heinrich teilten den Besitz in Destedt unter sich auf und gründeten die weiße und die schwarze Linie der Familie von Veltheim. Von 1391 bis ca. 1745 wurden vom adeligen (Hals)Gericht Destedt Urteile gesprochen.

1430 belagerten die Braunschweiger Ritter die Wasser(ober)burg Destedt. Die Burgbewohner zündeten die Festung an und flüchteten durch einen unterirdischen Gang in den Elm. Bei diesem Brand sind wohl auch viele Urkunden vernichtet worden. Die alte Kirche stand nördlich der heutigen und wurde 1601 erneuert und mit einem Turm versehen.

1623 entstand das heute noch vorhandene älteste Haus (Destedter Hauptstraße 20). Nach dem Dreißigjährigen Krieg wuchs die Bevölkerung Destedt stark an und die Feldmark wurde durch Rodung des Waldes nach Osten hin stark vergrößert.

20260108 Destedt 0004Blick auf den Parkteich mit dem Barockschloss im Hintergrund. Foto: Jörg-Eckehardt Pogan

Mit dem Bau des Barockschlosses auf der Oberburg begann die Familie von Veltheim 1693 und 1740 kaufte der Besitzer der Unterburg die Oberburg. Er verlegte seinen Wohnsitz dorthin und die Unterburg wurde langsam der Wirtschaftshofes des Gutes.

Ab 1763 entstand hier einer der ersten „englischen“ Landschaftsparks in Destedt. Er hat eine Größe von 6,5 ha, enthält viele alte Bäume und kann, obwohl er sich immer noch Besitz der Familie von Veltheim befindet, besucht werden.

Die baufällige Kirche wurde 1839 abgebrochen und 1840 durch einen südlich davon gelegenen Neubau ersetzt.

Von 1864 bis 1923 bestanden in Destedt eine Guts- und eine Dorfgemeinde mit 168 und 371 Einwohnern.

1929 erhielt Destedt als eines der ersten Dörfer in der Umgebung eine zentrale Wasserleitung. Vor dem Zweiten Weltkrieg wohnten 503 Personen im Ort und 1946 waren es 1026 Einwohner. Im Jahre 1957 wurde der Grundstein zur ersten „Dörfer-Gemeinschaftsschule“ der Region gelegt. Die Kinder von vier Dörfern wurden ab 1959 hier beschult. Inzwischen ist sie zu einer zweizügigen Grundschule geworden.

Durch viele Neubaugebiete ist die Einwohnerzahl auf ca. 1450 Einwohner gestiegen.

Das Leben im Dorf

20231101 Destedt 0010Ansicht von Destedt aus der Luft. Im Norden ist das Barockschloss zu sehen. Foto: Frank Schildener

Nach 1870 entstanden drei Vereine, die heute noch bestehen: Der Männergesangverein, die Schweinekasse (eine Versicherung der Schweinehalter) und die „Junge Gesellschaft.“
Von der „Jungen Gesellschaft“, der ledige Männer vom 18. bis zum 32. Lebensjahr angehören können, wird jedes Jahr im Februar an drei Tagen die „Destedter Fastnacht“ gefeiert.

Die Freiwillige Feuerwehr existiert seit 1873.

1921 wurde der Turn- und Sportverein gegründet. Er bietet seinen inzwischen mehr als 400 Mitgliedern ein umfangreiches Sportangebot.

Von 1958 bis 1991 gab es im Park 12 internationale Reit-, Spring- und Fahrturniere.
Ein Posaunenchor wurde 1963 gegründet. Er belebt das kirchliche Leben.

Eine Bäckerei, ein Blumengeschäft, ein Friseur, eine Gastwirtschaft mit asiatischem Restaurant, ein Geschäft für den tgl. Lebensmittelbedarf und eine Praxis für Krankengymnastik bieten ihre Dienste an.

Der Reit- und Fahrverein Cremlingen, der seinen Sitz in Destedt hat, veranstaltet seit 2016 auf der Unterburg jährlich ein Reitturnier. Seit einigen Jahren ist es wegen der hohen Beteiligung in ein Dressur- und ein Springturnier aufgeteilt.

Aus dem etwa 1700 erbauten ehemaligen Schafstall des Gutes, der ab 1958 einen Landhandel mit Bank beherbergte, wurde 2006 das „Haus der Vereine“ (Dorfgemeinschaftshaus).
Der Ortsrat Destedt hat in den vergangenen Jahren neun Schilder eines „Geschichtlichen Lehrpfades“ aufgestellt.

Durch eine halbstündige Busverbindung sind Cremlingen und Braunschweig gut erreichbar.

Kontakt

Gemeinde Cremlingen
Ostdeutsche Straße 22
38162 Cremlingen
Telefon: 05306 / 802-0
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Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag 09:00 - 12:00 Uhr
Dienstag 14:00 - 17:00 Uhr
Freitag geschlossen

Kontoverbindung
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IBAN: DE 84 2709 2555 4107 1069 00
BIC: GENODEF1WFV


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