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Was gibt es Kostbareres als ein Buch

Verleger Benedikt Einert (links) und Autor Dr. Diethelm Krause-Hotopp an der KZ-Gedenkstätte. Foto: Frank Schildener

Ein geschotterter Weg führt zwischen Schandelah und Scheppau von der Landesstraße L633 in die Landschaft. Am Ende des Zweiten Weltkriegs marschierten ihn KZ-Häftlinge. Heute erinnert eine Gedenkstätte an ihren Leidensweg. Und ein Buch, über das Lucette Malbeque sagt, dass es nichts Besseres als ein Buch gebe, das der Wahrheit auf die Spur komme und das Ziel habe, dass die Erinnerung lebendig bleibe. Das Buch „Das Konzentrationslager Schandelah-Wohld 1944–1945“ ist zweifellos ein solches Buch.

Der Destedter Diethelm Krause-Hotopp hat einen bemerkenswerten Sammelband mit Beiträgen geschaffen, in deren Mittelpunkt die Geschichte des Konzentrationslagers Schandelah-Wohld steht. Sie ist von der Autobahn A39 kommend in Richtung Schandelah gut zu erreichen. Ein Gedenkstein und ein Lageplan des KZ erinnern. „Das KZ lässt sich nicht verschweigen“, sagt er, als wir uns zum Erscheinen des Buches vor Ort mit ihm und seinem Verleger an der Gedenkstätte treffen.

In zwei Teilen behandelt das Buch die Geschichte des Arbeitslagers wie auch jene der Gedenkstätte. KZ-Insassen aus Neuengamme wurden nach Schandelah verfrachtet, um dort unter unmenschlichen Bedingungen Ölschiefer für die Treibstoffgewinnung abzubauen. „Das war dort einfach, weil er direkt unter der Oberfläche lagerte“, so Krause-Hotopp. Der Sammelband vereint im ersten Teil Aufsätze zur Industriearchäologie mit jenen über die Rolle der Zwangsarbeit und jener der Industrieunternehmen und NS-Institutionen bis hin zu den Kriegsverbrecherprozessen nach dem Krieg. In weiteren Teilen beleuchtet er die Entstehung der Gedenkstätte Mitte der 80er Jahre. „Wir haben in dem Buch auch die Reden von ehemaligen Gefangenen auf den Gedenkfeiern seitdem veröffentlicht“, erklärt der Herausgeber.

Ihn habe vor allem das Engagement der Schüler an der heutigen Oberschule Sickte beeindruckt. Auszüge aus den Lerntagebüchern der Schülerinnen und Schüler zeigen, welchen tiefen Eindruck Fotoausflüge mit der Fotografin Yvonne Salzmann hinterlassen haben. „Ich dachte genauso wie die Fliegen, lagen die Insassen hoffnungslos zum Sterben ausgeliefert“, heißt es zu einem Bild.

Alles in allem ein spannender, weil wichtige Passagen der KZ-Geschichte präsentierender Band, der nicht nur das KZ, sondern auch seine Rezeption bis in unsere Tage aufzeigt und nachvollziehbar macht.

„Das Buch passt wunderbar in unser Programm“, sagt Benedikt Einert, der mit seinem jungen Verlag das Buch veröffentlicht hat. „Es wird nur zum Teil verkauft. Ein großer Teil soll Schülern zur Verfügung stehen“, erklärt er. Das sei nur möglich, weil sich die Stiftung Braunschweigischer Kulturbesitz, die Braunschweigische Stiftung, Landkreis Wolfenbüttel sowie die Gemeinde Cremlingen und die Ortschaft Schandelah als Förderer eingebracht hätten, so Einert. „Die Geschichte des KZ darf nicht nur dem wissenschaftlichen Diskurs vorbehalten bleiben. Das muss raus“, sagt er schließlich.

D. Krause-Hotopp: „Das Konzentrationslager Schandelah-Wohld. Ein Außenlager des KZ Neuengamme“. 260 Seiten, Verlag Einert & Krink, 15,80 Euro.

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