Erdgeschichte zum Anfassen in Schandelah

„Die Nautilusmuschel ist der letzte Überlebende der Ammoniten“, berichtete Dorothee Beiss. Die Schülerinnen und Schüler lauschten gebannt, während versteinerte Fossilien die Runde machten. Es war der erste Besuch einer Schulklasse am Geopunkt Jurameer Schandelah nach Corona. Zu Besuch war eine siebte Klasse der Realschule Georg Eckert aus Braunschweig.
„Wir möchten den Geopunkt als außerschulischen Lernstandort wieder beleben“, erklärte sie im Gespräch am Tag des Geotops vor einigen Wochen. Die erste Klasse besuchte nun als Teil des Erdkundeunterrichtes das Grabungsgelände. Mehr als 30 Minuten Fußmarsch hatte die Gruppe vom Bahnhof Schandelah zum Geopunkt hinter sich gebracht. Während Beiss anhand von Dino-Figuren und Bildern zur Erdgeschichte erklärte, wie sich in verschiedenen Erdzeitaltern am Geopunkt Jurameer Schandelah abgespielt hatte, bestaunte die Gruppe der 12- bis 14‑Jährigen die herumgereichten Muscheln und Fossilien. „Hier in Schandelah sind auch Fische zu finden“, erklärte Beiss weiter. Auch ein Segment aus der Wirbelsäule eines Sauriers gab es dort zu sehen.
„Die Gruppe lernt hier live und zum Anfassen, was wir im Unterricht gerade lehren“, freute sich Lehrerin Lena Fuß. „Deshalb sind außerschulische Lernorte so wichtig für uns“, sagte sie. Zwischen Urzeitmammutbäumen hindurch ging es für die Gruppe schließlich auf eines der Grabungsfelder. Dort nahm Thilo Lampe, geologischer Berater der Scheller-Stiftung, die Jugendlichen in Empfang. „Als ich in eurem Alter war, wollte ich immer Saurier finden“, erzählte er. Schnell hatte er das Interesse der Schülerinnen und Schüler gefunden. Ja, er habe mehrere Saurier gefunden, erzählte er weiter. „Hier in Schandelah gibt es nur Saurier, die in der Luft oder im Wasser gelebt haben“, so Lampe weiter. Denn wie der Name schon sagt, hat das Gelände des Jurameers während der Jurazeit komplett in einem großen Meer gelegen.
„Saurierteile dürft ihr nicht behalten. Die kommen ins Museum und euer Name daran“, erzählte Lampe schließlich. An einer Wand der Grabungsfläche zeigte er unterschiedliche Erdschichten und verschiedene Funde. Natürlich wollten die Jugendlichen auch selbst nach Fossilien graben. An einer vorbereiteten Stelle zeigte Lampe, wie das Werkzeug benutzt wird. Dann legte die Gruppe mit großem Eifer los. Berühmte Funde haben sich dabei nicht ergeben, wie anschließend zu hören war. Aber das Erlebte veranschaulichte die Arbeit vor Ort und seine Geschichte auf wunderbare Weise. Bis zum nächsten Mal!
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