Zum Hauptinhalt springen

Eine Glocke für Salvador Meléndez

Veröffentlicht am
Detlef Kaatz (Bürgermeister der Gemeinde Cremlingen, von links) mit Maria Piña, Juan Antonio Dominguez Piña, Candela Dominguez Piña, Yvonne Salzmann, Ana Alvarez Melendez und Juan Antonio Dominguez Alvarez (Großneffe von Salvador Meléndes). Foto: Frank Schildener

Der wunderbare Gedenkbaum an der KZ-Gedenkstätte in Schandelah-Wohld ist um ein Namensglöckchen reicher. Ende April wurde der Baum anlässlich der jährlichen Gedenkfeier zur Auflösung des Lagers mit 174 Glöckchen ausgestattet. Die 175. Glocke trägt den Namen eines spanischen Gefangenen trägt, wurde jetzt im Beisein von Familienangehörigen angebracht.

Viele Menschen halten inne, wenn der Wind durch die Krone des Gedenkbaumes streicht und ein leises Läuten zahlreicher kleiner Glocken spielt. Das Projekt Glöckchenbaum der Schandelaher Künstlerin Yvonne Salzmann setzt den gestorbenen Gefangenen ein Denkmal. Etwa 800 Gefangene mussten in Schandelah-Wohld unter unmenschlichen Bedingungen Ölschiefer abbauen. Mehr als 200 starben. „Es geht darum, das Gedenken über eine Sinneserfahrung anzuregen – und damit ein Zeichen zu setzen“, sagte Salzman während der Gedenkfeier zu dem Glöckchenprojekt.

Der Name auf dem 175. Glöckchen lautet Salvador Meléndez. Er wurde 1917 in Constantina (Sevilla) geboren. 1941 ging er freiwillig nach Deutschland, um dort zu arbeiten. Dies war die einzige Möglichkeit, dem Elend und Hunger im faschistischen Spanien Francos zu entkommen. Dort verliebte er sich und wollte eine junge Deutsche namens Luise heiraten. Ob dies gelang, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht bekannt. Im Mai 1944 wurde er in Berlin von der Gestapo verhaftet und über Sachsenhausen nach Neuengamme verbracht. Er starb wahrscheinlich mit 27 Jahren in Schandelah oder auf dem Todesmarsch nach Wöbbelin. Dass seine sterblichen Überreste in Scheppau unter einem unbekannten Grabstein ruhen, wäre durchaus möglich.

Dass Meléndez ein Opfer der Nazi-Schreckensherrschaft wurde, erfuhren seine Verwandten in Spanien, Mutter Carmen, seine Geschwister Carmen, Antonio und Robledo und sein Großvater Juan, nie. Erst 2023, zahlte sich die Beharrlichkeit zweier Historiker, Antonio und Alicia von Arolsen, aus. Sie konnte der Familie dank seines Urgroßneffen und der beiden Historiker der Ehering zurückgegeben werden, der ihnen von den Nazis abgenommen worden war. Salvador Meléndez hörte auf, ein Geist zu sein, und bekam seine Identität zurück.

Gemeinsam mit den eigens aus Spanien angereisten Familienangehörigen und Detlef Kaatz, Bürgermeister der Gemeinde Cremlingen, wurde die Namensglocke für Meléndez am Glöckchenbaum angebracht.

Kontakt

Gemeinde Cremlingen
Ostdeutsche Straße 22
38162 Cremlingen
Telefon: 05306 / 802-0
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein.

Öffnungszeiten
Montag bis Donnerstag 09:00 - 12:00 Uhr
Dienstag 14:00 - 17:00 Uhr
Freitag geschlossen

Kontoverbindung
Volksbank Wolfenbüttel-Salzgitter
IBAN: DE 84 2709 2555 4107 1069 00
BIC: GENODEF1WFV


Stellenangebote

Icon Stellenangebote

Online-Dienstleistungen

Zu den Online-Dienstleistungen gehen

Bürgerinformation

Icon Bürgerinformation

Schadensmelder

Icon Schadensmelder

Energiemonitor

Icon Energiemonitor