Die Mönchsteiche von Klein Schöppenstedt
Die Mönchsteiche und ihre Umgebung

Die Mönchsteiche stammen aus der Zeit der Zisterzienser-Mönche des Klosters Riddagshausen. Ursprünglich dienten die terassenförmig angelegten Teiche der Fischzucht.
Dies geschieht heute noch im Unteren Mönchsteich durch die Riddagshäuser Teichwirtschaft, die den Teich naturbelassen nutzt. Wasser erhalten die Teiche aus dem Graben vom "Springberg" kommend, wo es früher eine Quelle (Spring) gab.
Die Wiesen- und Weidenflächen zwischen Teichgebiet und Waldsaum sind seit 1875 gemeinschaftliche Schweine- und Gänseweide der Klein Schöppenstedter Bauern gewesen. Für jeden der 42 Anteile an dieser Weide konnten ein Schwein und 10 Gänse gehalten werden, so dass wir uns 42 Schweine und 420 Gänse in gemeinschaftlicher Beweidung vorstellen können.
Typisch für die historisch intensive Nutzung sind die dort vorhandenen Kopfweiden, die regelmäßig zurück geschnitten werden, ebenso wie der dorftypische ehemalige Lehmstich mit der eindruckvollen Eiche auf der Abbruchkante.
Über die Eschenallee gelangt man auf den neu angelegten Weg über die Schweine- und Gänseweide in die Buchhorst. Der Waldsaum diente früher als Weidefläche. Der Grenzwall, einige Meter im Waldesinnern, begrenzte diese Weidefläche. Im Wald ließ man die Eichen in der Regel groß und ausladend wachsen, um mit den Eicheln die Schweine zu mästen und Bauholz zu haben. Hainbuchen wurden dagegen regelmäßig auf den Wurzelstock gesetzt und als Brennholz genutzt.
Die Gemeinde Cremlingen hat die Schweine- und Gänseweidefläche 1993 erworben, um sie in ihrem Charakter zu erhalten und zu pflegen. Der verlandete Obere Mönchsteich wurde zwischen 1996 und 1998 durch Ausbaggern, Entfernen von Bäumen, Reparatur des Dammes und des Ablaufwerkes (Naturstein-Mönch) als Kleingewässer wiederhergestellt.
Der Mittlere Teich ist verlandet und dient als Feuchtbiotop mit unterschiedlichen Wasserständen anderen Pflanzen- und Tierarten als Lebensraum. Bei Arbeiten an diesem Teich wurde ein alter Holzablauf freigelegt, der, aus einem Eichenstamm gearbeitet, Jahrhunderte im Erdreich überstanden hat. Dieser Holz-Mönch wurde repariert und als Überlauf wieder in den Damm eingelassen.
Der Untere Mönchsteich wird durch naturbelassene Teichwirtschaft genutzt. Der Ablaufgraben zum Wald wurde in sein ursprüngliches, flach und frei fließendes Bett zurückverlagert.
Mit den beschriebenen Maßnahmen soll diese kulturhistorisch interessante Landschaft erhalten und der Bevölkerung zum Zwecke der Erholung erschlossen werden. Gleichzeitig wird sie als wichtiger naturnaher Lebensraum aufgewertet.
Die Teiche, verwaltet durch das Niedersächsische Forstamt Braunschweig, sind nach dem niedersächsischen Naturschutzgesetz geschützt.
Alle Maßnahmen der letzten Jahre wurden möglich durch die Unterstützung des Braunschweiger Kloster- und Studienfonds, der Borek-Stiftung und der Stadt Braunschweig.
Weitere Informationen: Revierförsterei Riddagshausen, Tel./Fax 05 31 / 37 54 25
Gemeinde Cremlingen


